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Besuch bei den Philippinischen Korallenfisch Fängern und der Export Station von Fauna Marin
Während eines Tauchurlaubes im Mai 2003 hatte ich die Möglichkeit mit Korallenfischfängern zu tauchen und diese bei der Arbeit zu Beobachten. Die Fischer sind Freelancer für die nach den MAC Normen arbeitende Firma Fauna Marin. Daher werden die Fische dort mit Netzen und nicht mit Hilfe von Cyanid gefangen. Im folgenden möchte ich die Fangmethode, die Ausrüstung der Fänger, den Transport zur Zwischenhälterung und die Export Station beschreiben. Da ich (leider) diesmal darauf verzichtet hatte meine Unterwasser Kamera Ausrüstung mit zu nehmen, kann das ganze nur mit Hilfe von "Überwasser" Bildern dokumentiert werden.
Sonnenuntergang vor der Insel Cabilao

Ein typische Auslegerboot - die Banka
Wir haben am 09.05. die Insel Cabilao verlassen und sind mit einer der auf den Philippinen üblichen Auslegerbooten – den sogenannten Bankas – Richtung Cebu aufgebrochen. Dort wurden wir von einem Boot der Firma Fauna Marin erwartet. Wegen der aufgekommenen Wellen war das umsteigen von Banka zu Banka nicht ganz so einfach wie das wechseln einer Bus- oder Bahnlinie in Europa, aber alle Mitreisenden haben es unbeschadet überstanden. Herr Dr. Thomas Heeger und seine Crew brachten uns zu einen Riff in der Nähe der Insel Olango wo wir schon von den Einheimischen Fänger erwartet wurden. Eine nur ca. 4 Meter lange Banka dient den Fängern dort als Basis Station. Auf dem Boot befanden sich vier Personen. Einer der sowohl den Kompressor bediente als auch die Luftversorgungsschläuche überwachte, einer der für das Verpacken der gefangenen Fische zuständig ist, sowie zwei Fänger. Die Fänger selber sind mit einfachsten Mitteln ausgestattet und tauchen damit Stundenlang:
Die High Tech Ausrüstung

Das Basislager der Fischfänger
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Statt eines Neopren Anzuges wird mit Jogging Hose und Sweat Shirt gearbeitet
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Statt einer modernen Silikon Maske, werden ältere runde Gummi Masken verwendet
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Der Lungenautomat besteht aus einem zwischen die Zähne geklemmten Gartenschlauch, der je nach Tiefe entweder immer Luft fördert oder an dem die Fänger richtig saugen müssen. Die Luft selber wurde mit Hilfe des Kompressors in die Schläuche gepumpt
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Als Flossen dienen ca. 30cm runde flache Holz Scheiben, auf die als Halt für die Füße jeweils ein Stück Autoreifen genagelt ist. Unterwasser bewegen sich die Fänger damit im "Brustschwimmen – Stil" fast schneller fort als ich mich mit meinen Hightec Flossen.
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Das von den Fischern verwendetet Netz ist ca 1,20 Meter hoch. An der unter Kante befinden einen Vielzahl kleiner Gewichte welche diese genau an den Boden pressen. Die Oberkante ist mit Schwimmkörpern ausgestattet. Dadurch kann das Netz wie ein Vorhang aufgespannt werden.
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Als Unterwasser Aufbewahrung für frisch gefangene Tiere, dienen den Fängern Zierfischtransportbeutel
Die Location an der gefangen werden sollte war ein langes Plateau. Die Tiefe betrug ca. 14 Meter. Als Bewuchs waren überwiegend Kolonien einer Flaschenbürsten förmigen Steinkoralle der Gattung Acropora vorhanden. Erspähten die Fänger einen potentiellen Korallenfisch, wurde dieser sofort angeschwommen. Der Fisch ging im nächsten Acropora Stock in Deckung. Schnell wurde das Netz wie ein Vorhang vor dem Korallenstock ausgebreitet. Mit einem flexiblem Stab wurde nun absolut vorsichtig in dem Korallenstock gestochert. Es dauert nicht lange bis das Objekt der Begierde – eine männlicher Vielfarben Lippfisch (Pseudojuloides severnsi) – in das Netz schoss. Blitzschnell nahm der Fänger ein Ende des Netzes und schloss das Netz zu einem Kreis, so dass der Lippfisch nicht rechts oder links entweichen konnte. Anschließend wurde der Fisch mit der Hand aus dem Netz befreit und in den Transportbeutel verbracht. Sofort machte sich der Fänger daran auch eines der Weibchen dieser Lippfischart zu fangen. Der Erfolg lies nur wenige Minuten auf sich warten. Mit stolzem grinsen wurde mir die "Beute" gezeigt. Der Fänger machte mir auch deutlich, das er genau wusste das es sich beiden den Tieren um ein Paar Männchen uns eine Weibchen handelte. Und ich wusste endlich woher meine Lippfische im Hauptbecken kommen und woher ich die mir fehlenden Weibchen besorgen kann. Leider sind dem Fänger, beim versuch andere gefangene Fische in den Beutel zu verbringen, gerade diese beiden Tiere wieder aus dem Transportbeutel entwischt. Wir sind ca. 40 Minuten mit den Fängern unter Wasser geblieben und haben die Technik der beiden ausgiebig Beobachten können. Zuweilen arbeiteten die beiden auch im Team zusammen. Erfreulich war neben der behutsamen Fangmethode auch das die Fänger immer versucht haben Paar zu erbeuten. Einer der beiden hatte innerhalb dieser Zeit erstaunlich viele Korallenfische gefangen unter anderem:
2 Vielfarben Lippfische
2 Kennedy Zwergkaiser
2 Bicolor Zwergkaiser
1 Fuchsgeschicht
1 kleinen Segelflossen Doktor
1 kleinen Rotzahn Drücker
diverse andere Lippfische

Wir begutachten was die Fänger erbeutet haben
Nach wir aufgetaucht sind war meine Neugierde geweckt und ich wollte unbedingt sehen, was sich so alles auf dem Basis Boot befand. Die Fische dort werden sofort nachdem der Fänger auftaucht einzeln in Zierfischtransportbeutel verpackt. Die Beutel werden doppelt genommen und als Sichtschutz und zur Beruhigung der Tiere wird zwischen die beiden Beutel eine Lage Zeitungspapier gepackt. Die Beutel werden mit Sauerstoff verschlossen und im Schatten eines Sonnensegels gelagert. Da die Fänger am End ihres Arbeitstages waren, war das Boot mit mindestens 50 Tüten gut gefüllt. Es war ein Querschnitt der dortigen vorkommenden Aquarien tauglichen Fischfauna: Doktoren, Drücker sowie Herzog-, Kaiser-, Kaninchen und Lippfische. Alle Befanden sich meines Erachtens nach in vorbildlichem Zustand und ich hätte sie sofort in eines meiner Becken gesetzt !
Am nächsten Tag stand der Besuch der Export Station in Catmon (Cebu) auf dem Plan. Wir wollten den Besuch der Station mit einem Urlaubs-Abschluß-Tauchgang vor Ort verbinden und einige Gobies selber fangen und diese unter Umständen ausführen. Mit dem üblichen Entdeckungsdrang wurden erst mal alle Becken genau inspiziert und festgestellt welche Arten sich derzeit in der Station befanden. Da die Fische in der Regel nur wenige Tage in der Station verbringen und ein Lieferung erst in zwei Tagen zusammengestellt wurde war die Anlage nur teilweise besetzt.
Claude Schuhmacher zwischen seinen Angestellten

Claude Schuhmacher und der Autor beim bestimmen
Einer der Angestellt führte uns sofort vor, wie ihm die Kaiserfische eine frisch geöffnete Muschel aus der Hand fraßen! Von Scheu oder Unbehagen war bei den Tieren nun wirklich nichts zu erkennen. Ich war beeindruckt! Die Anlage selber besteht aus langen Beton Becken die Stufenförmig in den Hang gebaut wurden. Links befinden sich sechs Becken die jeweils 5 Meter lang sind und rechts befinden sich vier Becken die jeweils 10 Meter Länge haben. Alle sind jeweils 100 cm Tief und 80 cm Hoch. Durch das Einschieben von Trennnetzen lassen sich die Becken beliebig unterteilen.
Blick auf die rechte Seite der Hälterungsanlage

Der neugierige Autor stöbert in den Neuzugängen
Die einzelnen Segmente sind jeweils mit Bodengrund und lebenden Steinen eingerichtet. Dies bietet den Fischen sowohl einen sicheren Rückzug als auch die Möglichkeit nach Nahrung zu suchen. Alle Beton Reihen werden nacheinander mit frischem Meerwasser durchströmt. Alle Fische machten einen gesunden und aktiven Eindruck und zeigten weder Verhaltensstörungen noch Mangelerscheinungen. Als wir von der Mini Fangaktion mit einigen kleinen Eviota Grundel, einigen Hohlkreuz Garnelen und diversen Einsiedlern zurückkehrten, war gerade des Boot mit einer Ladung frischer Korallenfische angekommen. atürlich hüpfte der Adrenalien Spiegel wieder in die Höhe und wir begaben uns erneut auf Entdeckungstour. Obwohl ich den Angestellten sicher immer im Weg standen und meine Nasen überall rein steckten, wurden alle Fragen geduldig und sehr ausführlich beantwortet. Schnell wurde mir bewusst, das Joey der lokale Leiter der Station, über einem enormes Wissen über die Korallenfischen verfügte. Er konnte jede noch so kleine Grundel sicher bestimmen. Es hat mich auch sehr erfreut, da hier Stenopus Garnelen, die Paarweise gefangen werden konnten auch als Paar verpackt waren. Diese werden auch als Paar Exportiert und der Kunde kann ein harmonisierendes Paar in seinem Aquarium pflegen.
Frisch eingetroffene, unglaublich fitte Chelmon

Joey packt Garnelen die der Autor mitgenommen hat
Endlich konnte ich auch das erste mal den Blauringel Oktopus sehn – was für eine Schönheit! Eine Box Chelmon rostratus hat mich besonders erfreut. Die ca. 30 Tiere waren alle gut gefärbt, aktiv und rund. Wenn diese auch genau so beim Händler ankommen, so dürfte die Überlebensrate dieses empfindlichen Fisches deutlich höher liegen als bei herkömmlichen Fang- und Hälterungs-Methoden. Dies ist natürlich ein völlig subjektive, persönliche Meinung!! Die ganze Station war absolut sauber. Hinweis Tafeln an der Anlage, auf der Terrasse und im Packraum (Bilingual in Cebuano und Englisch) erklärten die für die Angestellten einzuhaltenden Arbeitsabläufe und verdeutlichten die professionelle Führung des Unternehmens.nsere gefangen Grundeln und die Einsiedler haben wir wegen der zu erwartenden Reisedauer dann doch vor Ort gelassen. Statt dessen aber einige kleine Garnelen verpacken lassen. Ich möchte mich bei den Inhabern der Firma Fauna Marin (Dr.Thomas Heeger, Claude Schuhmacher) für die Reiseplanung und die tollen gemeinsamen Tauchgänge, sowie bei deren Mitarbeitern für die Gastfreundschaft, die interessanten Gespräche und die tollen gemeinsamen Stunden bedanken! Besonderen Dank auch an die Fischer die sich die Zeit genommen haben uns ihre Arbeitsweise vor zu führen. Meine Freundin hat mal wieder viel Geduld bewiesen und den doch etwas "Fisch lastigen" Urlaub trotzdem genossen.
© Peter Schmiedel 2004
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